Geschichtlicher Hintergrund
Im Jahre 1896 wurde der Grundstein für die neue Pfarrkirche von Herrenwies gelegt. Sie wurde als Nachfolgebau der weit kleineren Kirche aus der Glashüttenzeit Mitte des achtzehnten Jahrhunderts errichtet. Heute wird die Kirche nur noch sporadisch genutzt.
Maßnahmenbeschreibung
Am Turm und westlichen Querhaus erfolgte als erstes eine Heißdampfreinigung. Es folgten die umfangreichen Natursteinarbeiten. Viele profilierte Werkstücke und ein mehrteiliges Maßwerk wurden durch unsere Steinmetze neu hergestellt und eingebaut. Die Zement-Deckfugen und der dahinterliegende, desolate Mauermörtel wurden nahezu auf der ganzen Fläche entfernt und erneuert. , Dies erfolgte in Tiefen bis über 20 Zentimeter. So konnte die äußere Mauerschale deutlich stabilisiert werden. Zusätzliche, durchgehende Verankerungen aus Edelstahl, die die innere und die äußere Mauerschale in besonders gefährdeten Partien verbinden, sorgen für zusätzliche Sicherheit.
Auch die Zifferblätter mit Vergoldung der Turmuhr wurden von AeDis restauratorisch überarbeitet.
Besonderheit der Maßnahme
Die Kirche weist bauliche Mängel auf, die teils bis in die Erbauungszeit zurückreichen. Von den historisch verwendeten Sandsteinvarietäten erwies sich die eine aufgrund sehr hoher Wasseraufnahme als ungeeignet für das Herrenwieser Klima. Bei der Errichtung des Mauerwerks wurden elementare Grundregeln außer Acht gelassen, die innere und die äußere Mauerschale besitzen deswegen kaum mechanischen Verbund. Zahlreiche Reparaturversuche, deren Erfolg als gering bis zusätzlich schädigend beschrieben werden kann, sind am Bauwerk ablesbar. Eine zusätzlich aufgebrachte, flächige Hydrophobierung sorgte schließlich dafür, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk nicht mehr nach außen entweichen konnte. Folge waren Feuchtigkeit im Gebäudeinneren und eine sich fortsetzende Entfestigung des Mauermörtels.
Die statisch gefährdeten Bereiche machten ein äußerst umsichtiges Vorgehen nötig. So zum Beispiel der Austausch des halben tragenden Bogens über dem Maßwerkfenster.
Auch das raue Höhenklima bot Herausforderungen während der Umsetzung dieser spannenden Baustelle!
Juni 2024
Oktober 2025
Herrenwies
Vermögen und Bau, Amt Pforzheim
Michael Schrem
Steinmetzarbeiten, Verfugung, statische Sicherung und Natursteinkonservierung